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Assessment-Center
Wunderwaffe oder Schwachsinn? Objektives Auswahlverfahren
oder sinnlose Qual? Irgendwann trifft es jeden.
Wer als Absolvent nicht durchs Assessment Center
braucht, muss vielleicht als Mitarbeiter durch.
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Die Übungen im Assessment Center
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Der zeitliche Rahmen eines Assessment Centers umfasst je nach Unternehmen einen halben Tag, das Verfahren kann aber auch bis hin zu mehreren Tagen dauern. Währenddessen wird Dein Verhalten untersucht, besonders im Hinblick auf Durchsetzungs- und Einfühlungsvermögen, Integrations-, Führungs- und Kommunikationsfähigkeit sowie Initiative.
Dazu werden verschiedene Übungen durchgeführt, in welchen erfolgsrelevante Arbeitsaufgaben in verschiedenster Form abgebildet und simuliert werden. Durchschnittlich sind 8 – 12 Übungen zu bestreiten.
Manchmal findet die Veranstaltung auch in Hotels oder Schulungszentren statt.
Welche Übungen im Einzelfall eingesetzt werden, ist je nach Anwender, zu besetzender Position und Zielsetzung unterschiedlich.
Die Übungen sind normalerweise so aufgebaut, dass Du einen Text erhältst, in dem eine bestimmte Situation, Person oder Problemstellung beschrieben wird. Zusätzlich erhältst Du eine genaue Aufgabenbeschreibung. Für die meisten Übungen steht eine gewisse Vorbereitungszeit zur Verfügung. Du musst Dich in die Situation oder Person versetzen und entsprechend handeln.
Grundsätzlich wird bei den Übungen zwischen Einzel- und Gruppenübungen mit sprachlichen und/oder schriftlichen Komponenten unterschieden.
Es gibt auch eine Unterscheidung zwischen nichtsituativen Übungen, wie
Papier- und Bleistiftstests oder biografische Interviews und situativen Übungen wie führerlose und geführte Gruppendiskussionen, Rollenspiele, sowie Fallstudien.
Wir möchten Dir jetzt einen kleinen Überblick über verschiedene Übungen geben.
1. Die Postkorbübung (auch In-Basket-Methode genannt)
Die Übung wird als Herzstück eines Assessment Centers bezeichnet, sie ist einer Arbeitssituation sehr ähnlich. Du schlüpfet hier in die Rolle eines unter Zeitdruck stehenden Managers, der in so schnell wie möglich seinen sich anhäufenden und aus ungefähr 20 –30 diversen Briefen, Notizzetteln, Faxen, Emails und Kurzmitteilungen – privater oder geschäftlicher Natur – bestehenden Postkorb durcharbeiten muss. Er oder sie muss erkennen, dass die Aufgaben von unterschiedlicher Priorität sind, Terminkollisionen sind vorprogrammiert.
Die Beurteilung erlaubt Aussagen zu den intellektuellen Fähigkeiten und zu den Kriterien Organisation / Planung und Entscheidungsverhalten. Ebenfalls ist zu erkennen, welche Prioritäten Du setzt und in welchem Maße Du Anordnungen zur Erledigung oder Weiterbearbeitung erteilst.
Ein Beispiel für die Standardübung Postkorb:
Sie sind das Familienoberhaupt Georg Schneider.
Heute ist Freitag, der 10. Oktober. Jetzt ist es 15.00 Uhr. Sie sind gerade von einer längeren Geschäftsreise nach Hause gekommen. Morgen um 9.00 Uhr werden Sie sich auf eine Reise nach Dubai begeben und Sie kommen erst kommenden Dienstag um 20.00 Uhr zurück. Sie sind in dieser Zeit nicht erreichbar und können demzufolge währenddessen auch
nichts von dem erledigen, was Sie nun vorfinden und erledigen müssen.
Ihr Partner ist heute morgen ins Krankenhaus eingeliefert worden und wurde vor 5 Stunden operiert. Die Post und sonstige Notizen hat Ihnen Ihr Partner noch in den Postkorb getan. Es ist sonst keiner zu Hause.
Ihr Telefon ist ausgerechnet heute gestört, die Nachbarn sind zur Zeit nicht erreichbar. Sie haben, bis auf 300 Euro kein Geld im Hause und nur noch einen Scheck im Scheckheft. In einer Stunde müssen Sie Ihren Postkorb bearbeitet haben. Danach, also von 16.00 bis 18.00 Uhr, müssen Sie dringende Besorgungen in der Stadt erledigen. Pünktlich in einer Stunde müssen Sie fertig sein, einschließlich Ihrer Zeitplanung, um zwischen 16.00 und 18.00 Uhr die Besorgungen erledigen zu können. Sie kommen erst am nächsten Dienstag um 20.00 Uhr wieder zurück.
2. Die Fallstudien
Hierbei wird eine Fragestellung oder ein Problem in Einzelarbeit schriftlich bearbeitet. Bei der Auswertung sind dann Rückschlüsse auf Sprachvermögen, Kreativität und konzeptionelle Fähigkeiten möglich und je nach Themenstellung auch auf das Problemlöse- und Konfliktverhalten.
3. Die Gruppendiskussionen
Sie ist seit den 50er Jahren neben dem Postkorb eine der typischen Aufgaben. Die Diskussion findet in Gruppen von vier bis sechs Leuten statt. Es gibt vier Formen: führungslose Diskussion ohne und mit Rollenvergabe und geführte Diskussion ohne und mit Rollen.
Manchmal haben die Gruppendiskussionen auch eine Wettbewerbs- oder Kooperationscharakteristik und sie können mit oder ohne genaue Zielvorgabe sein.
Es werden betriebliche oder gesellschaftliche Themen zur Diskussion vorgegeben. Beurteilt wird hier das zwischenmenschliche Verhalten
bezüglich den folgenden Punkten: Durchsetzungsvermögen, Überzeugungskraft, Kooperationsbereitschaft, Kontaktfähigkeit, Rhetorik und Belastbarkeit .
Bei den führerlosen Gruppendiskussionen kommt es v. a. auf die Art und Weise, wie sie geführt werden an: Wer setzt sich wie und mit welchen Argumenten durch; wer schlüpft in eine Führerrolle oder ist besonders konstruktiv im Hinblick auf eine gemeinsame Lösung?
4. Die Präsentation und Kurzpräsentation
Zunächst werden von Dir Kenntnisse und Erfahrungen mit Präsentationen erwartet.
Bei der Kurzpräsentation muss nach einer halben Stunde Vorbereitung über ein zugeteiltes Thema inklusiver bestimmter Informationen gesprochen werden.
Beobachtet werden können Wortwahl, Überzeugungskraft, Initiative, Kreativität, Stresstoleranz, Planung und Organisation.
Im Unterschied zur Kurzpräsentation hast Du bei der normalen Präsentation ein bis drei Stunden Vorbereitungszeit für ein zugewiesenes Thema. Beobachtet werden hier systematisches Denken und Handeln sowie Argumentation und Ausdruck.
Es erfolgt die Problemanalyse und Entwicklung von Lösungsvorschlägen in mündlicher Form, eventuell mit visuellen Hilfsmittel.
5. Die Rollenspiele
Hier musst Du einzeln mit einem Rollenspieler ein Gespräch führen, meist ist das ein Gespräch zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter. Es kann aber auch ein Einstellungs- oder Verkaufsgespräch sein. Es geschieht mit einem eigens dafür geschulten Partner. Beurteilt werden die soziale Kompetenz und das Leistungs- und Führungsverhalten.
6. Das Einzelgespräch
Du führst mit einem Moderator oder einer Moderation ein Beratungs- , Motivations- oder Kritikgespräch. Beobachtet werden können Verhandlungstechniken, Argumentationsgeschick, Überzeugungskraft, Einfühlungsvermögen.
7. Das Einzelinterview
Hier befragen Dich die Beobachter oder einer oder mehrere Gesprächsteilnehmer den Kandidaten zu verschiedenen Themenbereichen, zu Deiner Biografie, Ausbildung und Motivation. Manchmal werden auch Entscheidungen zu vorgegebenen Problemsituationen verlangt, die Du dann im Gespräch begründen musst. Bei Führungspositionen werden hier die als "Lebensrettungsaufgaben" bekannten Übungen eingesetzt, wie z. B: "sie gelangen auf eine einsamen Insel, außer ihnen dürfen zwei von drei anderen Personen gerettet werden. Für wen entscheiden sie sich?". Dabei wird getestet, wie Du reagierst, wenn es bei einem Problem keine Lösung gibt? Wichtig hierbei ist, dass Du immer gelassen bleibst.
8. Die Konstruktionsaufgabe
Du wirst zusammen mit einer Gruppe gebeten, gemeinsam ein Produkt zu erstellen, zum Beispiel eine Werbebroschüre oder eine Werkszeitung. Keinem wird vorher eine Rolle zugeteilt. Beurteilt werden hier das systematische Denken und Handeln, Teamfähigkeit, Zielstrebigkeit, Kreativität, Durchsetzungsvermögen sowie Leistungs- und Führungsverhalten.
9. Die Video-Simulationen
Es werden Videos von bestimmten tätigkeitsrelevanten sozialen Situationen vorgeführt, die von Dir beurteilt werden sollen. Dieses kann die aufwendigeren Rollenspiele ersetzen.
10. Die Gruppenarbeiten
Hier geht es um das Erarbeiten einer konkreten Lösung für eine konkrete Fragestellung. Es soll Deine allgemeine soziale Kompetenz getestet werden. Auch hier soll es eine gemeinsame Lösung, aber keine vorgegebene Rollenverteilung geben. Eine Aufgabe wäre hier zum Beispiel das sogenannte „Seenot-Spiel“. Du und Deine Gruppe, Ihr sollt Euch in die Situation versetzen, dass auf einer sinkenden Yacht nur fünf Gegenstände aus einer längeren Liste (z. B. Wasserkanister, Transistorradio, Nylon-Seil, Angelrute, Rasierspiegel, Moskitonetz, Seekarten, Motoröl, Mittel zur Abwehr von Haifischen, hochprozentiger Rum) an Bord behalten werden sollen. Deine Gruppe muss sich dann auf eine bestimmte Reihenfolge einigen. Ähnlich ist das „NASA-Spiel“, bei dem die auf dem Mond gelandeten Astronauten nur wenige Gegenstände in ihrer Raumfähre mitnehmen können, um sich zum Mutterschiff oder zur Erde durchzuschlagen.
Alle Assessment Center-Übungen zu erläutern, würde viel zu lange dauern. Aus diesem Grund benennen wir hier noch andere Übungen, ohne sie weiter zu erläutern:
Disput, computergestützte Übungen, Produktpräsentation, Interviews, Selbstvorstellung und Fähigkeits-, Leistungs-, Persönlichkeits- und Interessentests usw.
Bei den zuletzt genannten Tests ist unter anderem folgende Art von Aufgaben dabei:
In einer Familie hat jeder Sohn dieselbe Anzahl von Schwestern wie Brüder. Jede Tochter hat aber zweimal so viele Brüder wie Schwestern. Wie viele Töchter hat die Familie? Auf solche Fragen musst Du gefasst sein, wenn Du Dich heute um einen Job bewirbst.
Das ultimative Test-Training für den Karrieremarathon findest Du unter:
http://focus.msn.de/D/DB/DB19/DB19C/db19c.htm
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