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Stipendium
 
Stipendien für Nachwuchswissenschaftler und Promotionsstudenten  
 
  Die bundesdeutsche Förderungslandschaft ist völlig unübersichtlich: Vor allem Nachwuchs-Naturwissenschaftler verlieren vor lauter Stiftungen, Institutionen und Förderprogrammen den Überblick. Ein Wegweiser.

Mehr oder weniger zahlungswillige Institutionen gibt es viele, doch welcher Träger bietet das richtige Programm? Die Entscheidung wird einem nicht leicht gemacht, zumal viele der Stipendien exklusiv vergeben werden.

Verbände, allen voran der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, sowie Industrieverbände und -vereine, fassen eine Vielzahl von kleineren Einzelstiftungen zusammen, die sich ebenfalls an sehr spezielle Personenkreise richten.

Die Fördermittel reichen von Büchergeld einmal im Semester bis hin zu monatlicher Unterstützung in Bafög Höhe. Um die Übersicht nicht zu verlieren, sollte man erstmal die einschlägigen Informationsquellen zurate ziehen. In jedem Fall lohnt sich eine Nachfrage beim eigenen Dekanat, bei den Stipendienstellen der Universitäten oder - für ein Auslandsstipendium - bei den Auslandsämtern. Dort gibt es in der Regel auch die entsprechenden Formulare. Vorsicht ist bei Informationen aus dem Internet geboten: Das mit Freudenschrei entdeckte Promotionsstipendium "Molekulare Neurologie und Neuropathologie" entpuppt sich bei näherem Hinsehen als echte Antiquität mit Bewerbungstermin anno 1997. Brandneue Übersichtsprogramme auf universitären Websites können schon mal "kalten Kaffee" aus dem Jahr 1998 enthalten. Zuverlässiger sind da schon die Informationen, die von den Trägern direkt herausgegeben werden.

Übersichtlicher - und lukrativer - ist das Angebot für Naturwissenschaftler, wenn sie mindestens die Promotion anstreben oder Geld für die Durchführung von Forschungsprojekten brauchen: Graduiertenkollegs zu bestimmten Themengebieten der Universitäten, Forschungs und Habilitationsförderung durch den "Branchenriesen" DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft- (nähere Informationen dazu findest Du im Bereich "Die größten Organisationen im Überblick") und die einschlägigen Stiftungen der Wirtschaft.

Promotionsstipendien der Graduiertenkollegs werden zwar unter anderem mit Mitteln der DFG finanziert, aber von den Hochschulen verwaltet. Die Stellenausschreibung erfolgt bundesweit, die Bewerber werden von den Hochschullehrern, die das Kolleg betreuen, ausgewählt. Je nach Themenbereich können die Bewerberinnen und Bewerber aus verschiedenen Fachrichtungen kommen. Sinn der Sache: Das Thema soll von verschiedenen Perspektiven aus bearbeitet werden. Forschungsstipendien der DFG werden für ein bestimmtes Projekt gewährt und setzen in jedem Fall bereits eine Promotion voraus. Der Grundbetrag ist alters- und ortsabhängig und bei den jeweiligen Stipendien unterschiedlich. Monatlich wird aufgestockt durch Sachkosten und sonstige Zuschüsse. Zeitlich allerdings sollte man nicht zu knapp planen: Von der Antragstellung bis zur Bewilligung können schon sechs Monate oder mehr vergehen.

Bereits Habilitierte können am Heisenberg Programm der DFG teilnehmen. Herausragende wissenschaftliche Leistungen sind Vorbedingung und müssen auch entsprechend dokumentiert sein. Der Betrag des Stipendiums ist grundsätzlich höher(man muss jedoch älter als 36 Jahre sein) und wird bis zu fünf Jahre lang entrichtet. Allerdings muss das Gehalt - im Gegensatz zu den meisten anderen Stipendien - noch versteuert werden. Eine weitere Besonderheit: Wer bereits einmal abgelehnt wurde, darf sich ein zweites Mal nur bewerben, wenn bei der Ablehnung ausdrücklich auf diese Möglichkeit hingewiesen wurde. Eine Bewerbung um das Heisenberg-Stipendium sollte man sich also vorher gut überlegen.

Die wichtigste Informationsquelle auf diesem Gebiet ist der DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst), der neben den allgemeinen Stipendienprogrammen auch wechselnde Angebote speziell für Naturwissenschaftler und Ingenieure hat. International renommierte Träger wie die Max Kade Foundation, die Fulbright Kommission oder die Alexander von Humboldt Stiftung findet man unter dem Stichwort "Naturwissenschaften" in der DAAD Datenbank. Übrigens: Wer ein Stipendium der letztgenannten Stiftung ergattern möchte, muss seinen Forschungsaufenthalt im Ausland in der Arbeitsgruppe eines ehemaligen Humboldt-Stipendiaten planen, also rechtzeitig am Wunschort abklären.

Die BASF AG Studienstiftung, angesiedelt im Dachverband Studienstiftung des Deutschen Volkes (siehe auch "Die größten Organisationen im Überblick"), vergibt jährlich zehn Forschungsstipendien an promovierte Naturwissenschaftler, Mediziner oder Ingenieure. Damit sollen Auslandsaufenthalte gefördert werden. Laufzeit: maximal zwei Jahre.

Eine gewisse Ausdauer muss man in jedem Fall aufbringen, wenn man den verschiedenen Organisationen Geld entlocken möchte: Institutionen, Anträge, Unterlagen in doppelter und dreifacher Ausfertigung, inklusive Dissertation und Publikationen (so vorhanden und gefordert). Aber für die wissenschaftliche Karriere, lohnt sich der Aufwand in jedem Fall. Schließlich macht sich der Hinweis auf Forschungs und Auslandsstipendien nicht schlecht im Lebenslauf, ganz zu schweigen von so illustren Zusätzen wie "Heisenberg-Stipendiat" oder "Humboldt-Stipendiat".
 
 
 
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1. Alexander von Humboldt - Stiftung
2. Beilstein-Institut zur Förderung der chemischen Wissenschaften
3. Christoph-Dornier-Stiftung für Klinische Psychologie
4. Deutsche Bundesstiftung Umwelt
5. Landesstiftung Baden-Württemberg
6. Peter und Traudl Engelhorn Stiftung
7. Stiftung Industrieforschung
8. Fritz-Thyssen-Stiftung
9. Stiftung Bildung und Wissenschaft
10. Karl und Veronica Carstens-Stiftung
 
 
 

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